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Naturschutzgebiet "Pesenbachtal"

Der Pesenbach, der wie fast alle Mühlviertler Bäche, bevor sie die Donau erreichen, in einer schluchtartigen Strecke mit starken Gefälle, in welchem das Wasser zyklopische Felsblöcke überbraust, bildet das Kernstück des ersten Naturschutzgebietes im Mühlviertel.
Wasseramsel Foto: Josef Limberger
Ein besonderes Naturdenkmal bildet die "blaue Gasse", das Wasser des Pesenbachs schießt hier fast geradlinig durch eine ziehmlich regelmaßige, von senkrechten Wänden begrenzte, gut einen Meter breite Rinne, deren blauschwarze Färbung besonders auffallend ist. Dabei handelt es sich um einen Hornblende-Nadel-Porphyrit-Gang, der an dieser Stelle zutage tritt.

Im Pesenbachtal liegt eine leicht radioaktive Heilquelle, die "Brunoquelle", deren Wasser in der Kneippkuranstalt heilsame Verwendung findet.

Nord- und Südhänge zeigen verschiedene Vegetationsformen. Die Nordhänge werden zu überwiegenden Teil von Fichten beherrscht, die Südhänge tragen, besonders in höheren Lagen, wärme- und trockenheitsliebende Pflanzen, wie Hainbuche, Espe oder Zitterpappel und die Waldkiefer oder Föhre; dorf finden wir auch Rentierflechten. Auf dem Talboden gedeihen die Flatterulme, wahscheinlich noch Überreste aus der nacheiszeitlichen Wärmezeit. Besonders nachteilig hat sich in den vergangenen Jahren das Pflanzen von Fichten ausgewirkt - Fichten sind hier absolut Standortfremd, sie passen nicht in das Tal, in dem sich eher noch Reste der letzten nacheiszeitlichen Flora gehalten haben und sind daher von der Fichtenblattwespe besonders befallen.


Flora und Fauna des Tals:


Waldgeißbart, Waldglockenblume, blasgelber Fingerhut, Walderdbeere, Himbeere, Brombeere, Blaubeere, Heidelbeere, Mosbeere, Wald-Weidenröschen, Gilbweiderich, echtes Springkraut, Goldnessel,..

In Österreich kommt die Äskulapnatter nur in warmen Gefilden vor, vielleicht weist sie im Pesenbachtal auf das ehemalige oder noch vorhandene "Weinklima" hin.
Die prachtvolle, grün schillernde Smaragdeidechse, kann im Pesenbachtal eine Größe von etwa 40cm erreichen, häufiger kommt jedoch die kleinere Mauereidechse vor. Diese Reptilien findet man am Hochrand des steil eingeschnittenen Tales an den felsigen, trockenen Südhängen. Im feuchten Talgrund trifft man an regennassen Tagen auf den gelb-orange gefleckten Feuersalamander.

Auch für Schmetterlinge ist das Pesenbachtal ein Paradies. Der Schwalbenschwanz, der Zitronenfalter, der große Schillerfalter, der Admiral, das Tagpfauenauge, der Trauermantel und verschiede Formen des Perlmutterfalters um nur die wichtigsten zu nennen.

Vögel:
Wasseramsel, Schwanzmeisen, Laubsänger wie Fitis und Zipzalp, Wintergoldhähnchen (der kleinste Vogel Europas!), Zaunkönig, Waldbaumläufer, Rotkelchen, Dorngrasmücke, Bachstelze, Buntspecht, Mäusebussard,...


Kleiner Bach im Pesenbachtal Foto: Josef Limberger
Kerzenstein Quelle: TV Feldkirchen





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